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Die Erfindung des Rades und das Beherrschen des Feuers waren sicherlich die wichtigsten Errungenschaften der Menschheitsgeschichte. Viel weniger ist man sich heute der historischen Bedeutung von Pfeil und Bogen bewusst. Die Erfindung des Bogens verliert sich im Nebel der Geschichte: Ort und Zeit können von der Archäologie nicht exakt bestimmt werden. Ursache hierfür ist die Tatsache, dass sowohl die ersten Bogen als auch Pfeile aus organischen Materialien hergestellt wurden, die die Zeit nicht überdauert haben. Erst mit der Verwendung von Pfeilspitzen aus Knochen und Stein (z.B. Flint, Obsidian) hinterließen unsere Vorfahren eindeutig zu datierende Belege für die Verwendung von Pfeil und Bogen. Trotzdem gibt es Anhaltspunkte dafür, dass der Bogen bereits seit über 20.000 Jahren vom Menschen benutzt wird und über Tausende von Jahren eine entscheidende Rolle in der Geschichte der Menschheit spielte. Sie waren entscheidend für den Niedergang und Aufstieg ganzer Nationen. Dem Faustkeil als der wohl ältesten Waffe des Menschen folgte der Spieß, der - wegen des immer noch kurzen Abstandes zur Jagdbeute - das Verletzungsrisiko des Jägers nur geringfügig reduzierte. Der Speer als erste Distanzwaffe und die Speerschleuder (Atlatl) ermöglichten eine größere Entfernung zum Ziel und Effektivität bei der Jagd und nicht zuletzt auch in kriegerischen Auseinandersetzungen. Der Atlatl war die erste aus mehreren Teilen bestehende Distanzwaffe. Doch erst der Bogen ermöglichte es, eine große Anzahl von Projektilen Platz sparend mitzuführen und auf größere Distanz zielgenauer als mit der Speerschleuder zu platzieren. Pfeil und Bogen finden sich in nahezu allen Kulturen, und die Bauweise variiert von Waffen, die kaum mehr waren als ein Zweig mit einer daran befestigten Sehne, bis zu Geräten, die man nur als äußerst raffinierte mechanische Konstruktionen bezeichnen kann.

Der vermutlich wohl älteste Bogen der Welt wurde kürzlich in Mannheim - Vogelstang entdeckt, ein Fragment aus Kiefernholz (Pinus sylvestris). Sein Alter wird mit 17 600 Jahren angegeben, seine ursprüngliche Länge mit möglicherweise 110 cm. Wenn sich die Vermutung bestätigen sollte, handelt es sich bei dem Fund um den direkten Nachweis der Verwendung des Bogens in der jüngeren Altsteinzeit. Veränderungsspuren an der Holzoberfläche legen eine Interpretation als Bogen nahe. So besitzt eine Seite des Fragments eine geglättete Oberfläche gegenüber einer unveränderten sowie die Korrektur einer Abweichung an einer Seite; ferner eine Kerbe, in die eine Sehne hätte befestigt werden können.

Die Leistung wird auf etwa 25–30 englische Pfund geschätzt mit Reichweiten von bis zu 80 Metern.

Die bislang ältesten Belege für den Bogengebrauch stellen Pfeile aus dem Stellmoor dar (etwa 10 000 v. Chr.) sowie der bekannte Bogen von Holmgaard, dem ältesten komplett erhaltenen Bögen, gefunden 1943 in Holmgaard, Dänemark. In dem extrem wasserreichen Boden haben sie sich in seit rund 6000 vor Christus erhalten. Diese einfachen Waffen sind aus einem einzigen Stück Holz, hauptsächlich Eibe oder Ulme, hergestellt und gehören damit zu den so genannten Stabbögen. Außerdem sind die Holmgaard - Bögen mit 150 bis 180 Zentimetern ungefähr so lang wie der mittelalterliche Langbogen. Er hat einen gerundetem Rücken (natürliche Krümmung des Ringes bei kleinem Stammdurchmesser) und weitgehend geraden Bauch. Zusätzlich bleibt die Breite des Wurfarms vom Griff aus über 2/3 bis 3/4 der Wurfarmlänge konstant. Primitive, aber durchaus effektive Bogenform mit wenig Stringfollow. Die Entwicklung des Holmgaard - Bogens setzt langes Probieren sowie Vertrautheit mit dem durch Material und Steinwerkzeug gesetzten Grenzen voraus.

Der Bogen in der Geschichte der Welt

Pfeil und Bogen wurden in den verschiedenen Kulturen sehr unterschiedlich bewertet: Die Griechen der Antike sahen sie als Waffe der Feiglinge, die den unmittelbaren Nahkampf fürchteten. Laut Tacitus galt der Bogen den Germanen im Krieg als knabenhaft und tückisch und wurde hauptsächlich als Jagdwaffe eingesetzt. Für den Engländer des Mittelalters galt das Bogenschießen als ehrbarste Freizeitbeschäftigung. Vielen orientalischen und asiatischen Kulturen galt der Bogen als königliche Waffe. So wie die Balearen nach der Schleuder benannt waren, so war 'Ägypter' oder 'Kreter' gleichbedeutend mit 'Bogenschütze'. Die Assyrer führten berittene Bogenschützen ein, und bei den Reitervölkern der Steppe - Skythen, Partern, Hunnen, Sarmaten - war der Kompositbogen die Hauptwaffe und bei den alten Persern musste jeder Junge drei Dinge lernen: Reiten, Bogenschießen und die Wahrheit sagen!

Während man im Abendland den Bogen nur als Schusswaffe ansah, erkannte man in China schon während der Chou-Dynastie (1027-256 v.Chr.), dass dieser Waffe neben der todbringenden Kraft auch die Zartheit eines Musikinstrumentes inne wohnt. Bei Wettbewerben mussten chinesische Adlige nicht nur das Ziel treffen, sondern den Akt der Spannung und Entspannung des Bogens auf den Rhythmus der begleitenden Musik abstimmen. Ähnlich verhält es sich bis in die heutige Zeit hinein in Japan, wo das Kyudo (“Weg des Bogens”) gepflegt wird. Der heutige japanische Bogen, der Yumi, ist nicht nur wegen seiner asymmetrischen Form einzigartig, er ist zugleich auch mit durchschnittlich 2,3 Metern der längste Bogen der Welt. Zeremonielles Bogenschießen wurde in Japan bereits im achten Jahrhundert von den Samurai bei besonderen Anlässen vorgeführt. Die Energie und Schlagkraft des Kriegers wurden mit der Würde und Ästhetik der Zeremonie verbunden.

In Südamerika benutzten und benutzen die Ureinwohner den Bogen als Kriegs- und Jagdwaffe, teilweise mit vergifteten Pfeilspitzen.

Die kurzen Stabbögen, mit denen die Indianer der Westküste unbehindert vom Pferderücken aus schießen konnten, hatten Spannlängen von 55 bis 60 Zentimetern, die der an der Ostküsten ansässigen Indianer waren dem englischen Langbogen von Größe und Bauweise sehr ähnlich.

Im Altertum und im Mittelalter bildete der Bogen den Hauptbestandteil der asiatischen Heeresbewaffnung. In Europa war der Bogen bis ins 16. Jahrhundert als Kriegswaffe in Gebrauch - insbesondere bei den Normannen und im englischen Heer (englischer Langbogen, Schlacht bei Crécy 26. August 1346) - und wurde erst spät von der Muskete abgelöst. Die Armbrust war nicht nur in Grecy wegen der niedrigen Feuerfrequenz (1/Min.) dem englischen Langbogen (>12/Min.) hoffnungslos unterlegen. Trotzdem wurde in den deutschen Ländern die Armbrust dem Bogen vorgezogen. Obwohl längere Ladezeiten bei Muskete und Armbrust nötig sind, war die einfachere Handhabung - und damit die Kosten der Ausbildung - der Grund, weshalb der Bogen allmählich verdrängt wurde. In Kriegen des Westens wurde der Bogen noch 1807 von den Polen gegen Napoleon verwendet und im II. Weltkrieg wurden noch ca. 5.000 Soldaten unter anderem von in Norwegen operierenden britischen Kommandoeinheiten mit Pfeil und Bogen gerettet. Auch im Vietnam-Krieg kam der Bogen noch zur Anwendung.

Konstruktion des Bogens

Im Grunde ist ein Bogen eine zweiarmige, von einer Sehne unter Spannung gehaltene Feder. Durch das Zurückziehen der Sehne mit dem aufsitzenden Pfeil, setzt man den Außenbogen (Rücken) zusätzlich unter Zug- und den Innenbogen (Bauch) unter Druckspannung. Ist der Bogen schlecht gearbeitet, kann er dabei brechen, anstatt den Pfeil wirksam zu beschleunigen. Beim Spannen speichert sich die dafür aufgewandte Arbeit in den Bogenarmen als potentielle Energie (Spannenergie); beim Loslassen der Sehne überträgt sie sich als kinetische Energie auf den Pfeil. Mit der Bogenlänge nimmt die Spannlänge zu und damit erhöhen sich Geschwindigkeit und Reichweite des Pfeils.

Bei dem Eibenholz-Langbogen aus Meare Heath unterscheiden sich vor allem Rücken und Bauch ganz erheblich vom mittelalterlichen, mit Werkzeugen aus Metall gefertigten Langbogen: zwar sind beide ungefähr zwei Meter lang, aber der Bogen von Meare Heath hat einen runderen, konvexen Rücken und einen flacheren Bauch. Ungewöhnlich sind die langen und breiten Wurfarme. Der geringe Bearbeitungsgrad ist insbesondere am Bogenrücken zu erkennen: Er hat noch nahezu die natürliche Außenrundung des ursprünglichen Stabes - vermutlich um besonders schwere Pfeile schießen zu können. Diese Rundung ist allerdings bei einfachen Stabbögen auch sonst von Vorteil; wird der Rücken rund belassen, bleiben die Schichten unterhalb der Rinde weitgehend intakt, und dadurch reduziert sich die Bruchgefahr.

Mit dem Aufkommen von Metallwerkzeugen im zweiten Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung wurden neuartige Varianten des Stabbogens möglich. Besonders deutlich zeigen dies die vielen gut erhaltenen Exemplare des mittelalterlichen Langbogens. Die englischen Bogenmacher spalteten die Rohstäbe von größeren und älteren Bäumen ab als ihre Vorläufer in der Jungsteinzeit. Da bei einem dicken Stamm der Umfang weniger stark gekrümmt ist als bei einem Schössling, wurden nun Bögen mit flacheren Rücken möglich, sichtbar anhand der Bögen, die man aus der Mary Rose - dem am 19. Juli 1545 vor Portsmouth gesunkenen Kriegsschiff Heinrichs VIII - geborgen hat Sie haben einen rundlichen Querschnitt mit leicht abgeflachtem Rücken aus Jungholz. mit Zuggewichten bis über 180 Pfund!

Seit dem Paläolithikum (Altsteinzeit) nahm der Bogenbau eine andere Entwicklung außerhalb Europas, ohne dass einer Richtung  der Vorzug zu geben wäre. Die verschiedenen Bogentypen waren Resultate allmählicher Veränderungsprozesse, die sich über viele Jahrtausende und über ganze vorgeschichtliche Kulturen erstreckt haben. Der englische Langbogen wird zwar häufig für seine tödliche Kraft gerühmt, doch für einen berittenen Schützen ist er nur mühsam zu handhaben. So wurden verschiedene Konstruktionsvarianten dem jeweiligem Verwendungszweck angepasst, wie z.B. die kürzeren Reiterbögen der Hunnen, die verschiedene Materialien verwendeten, um äußerst wirkungsvolle Waffen (Kompositbogen) zu schaffen: Ihre Pfeile konnten sogar einen Eisenharnisch durchdringen, obwohl viel kürzer als die Langbögen. und die kompliziertesten Varianten kamen in Asien auf. Hier lag der Schwerpunkt nicht auf die Gestaltung der Arme, sondern auf den der Materialien (deshalb Kompositbogen). Insbesondere benutzten die asiatischen Bogenmacher aus Häuten und Schwimmblasen hergestellte Leime, um die Rücken ihrer Bögen mit Tiersehnen zu verstärken.

Bogenschießen heute

Das Bogenschießen als sportliche Betätigung ist als Training zur Erlangung der nötigen Fertigkeiten (Treffgenauigkeit) beim Bogenschießen sicher ebenso alt wie der Gebrauch als Waffe bei der Jagd oder in kriegerischen Auseinandersetzungen. Beim Bogenschießen geht es stets darum, den Pfeil so exakt wie möglich in ein Ziel zu bringen. Ein Merkmal des Bogenschießens ist die nahezu völlige Geräuschlosigkeit, die insbesondere bei der Jagd gegenüber modernen Schusswaffen einen Vorteil darstellt. Heute steht jedoch der sportliche Aspekt deutlich im Vordergrund. Nach einer amerikanischen Sport - Studie ist das Bogenschießen, nach Golf, die schwierigste Sportdisziplin der Welt. Unser Sport fordert Geist und Körper und verlangt gleichermaßen Gleichmut, Konzentration, Genauigkeit und Durchsetzungsstärke. Darüber hinaus ist Bogenschießen die einzige olympische Sportart, bei der sich Behinderte und Nichtbehinderte im sportlichen Wettkampf gemeinsam messen können. Die technologische Entwicklung hat den Bogen von einem einfachen Langbogen zu einem hoch entwickelten Sportgerät gebracht, das mit einer ganzen Reihe von Zubehör ausgestattet werden kann, um präzisere Schussergebnisse erzielen zu können. Das Bogenschießen bezeichnet man daher auch als Präzisionssport.

Organisation

Die wichtigste weltweite Organisation der Bogenschützen ist die FITA, die Fédération Internationale de Tir à l'Arc. Der Bogensport in Deutschland ist in zwei Verbände organisiert. Zum einem den DSB (Deutscher Schützenbund) und zum andern den DBSV (Deutscher BogenSport Verband). Der DSB ist in der Bundesrepublik Deutschland historisch gewachsen und als einziger nationaler Verband der FITA angeschlossen. Daher sind nur über den DSB Teilnahmen an übernationalen Wettkämpfen, wie Europameisterschaften, Weltmeisterschaften oder Olympischen Spielen möglich. Ein dritter Bogensportverband in Deutschland ist der DFBV, der Deutsche Feldbogenverband, der eine lockere Kooperation mit dem DSB betreibt, selber aber seinerseits direkt an das internationale Äquivalent der FITA für das Feldbogenschießen, die IFAA (International Field Archery Association) angebunden ist. Die IFAA betreibt eine eigene internationale Wettkampfserie mit Indoor-Meisterschaften, Feldbogenmeisterschaften und 3D-Meisterschaften, an denen Mitglieder des DFBV teilnehmen können.

Bogenschießen ist seit 1972 wieder olympische Disziplin, nachdem es das bei Beginn der Olympischen Spiele der Neuzeit von 1900 bis 1920 schon einmal war; allerdings gilt dies nur für den Recurvebogen.

Bogensportwettbewerbe:

FITA-Runde

Insgesamt werden 144 Pfeile auf verschiedene Entfernungen und Auflagengrößen (Zielscheiben) geschossen. Weiterhin werden in den verschiedenen Wettkampfklassen (unterschieden nach Alter/Geschlecht) unterschiedliche Entfernungen geschossen. Bei den Herren jeweils 36 Pfeile auf 90m, 70m, 50m und 30m Bei den Damen werden 70m,60m, 50m und 30m geschossen.

Eine FITA-Runde wird in der Regel an einem Tag geschossen. Bei der so genannten Doppel-FITA werden zwei FITA-Runden an zwei aufeinander folgenden Tagen geschossen.

Olympische Runde

(Meisterschaften und Olympische Spiele): 2 mal 36 Pfeile auf 70 m, danach weiter im K.O.-Verfahren, 1. gegen 32., 2. gegen 31. usw. bis zum Finale.

FITA Halle

2 Durchgänge zu 30 Pfeilen auf 18 m Entfernung. Geschossen wird auf 40 cm Auflagen (Schüler 60 cm) bzw. auf 3er-Spot-Auflagen (die fünf inneren Ringe der normalen 40 cm Auflage, drei davon untereinander bilden praktisch eine "Ampel").

Feldbogenschießen

Beim Feldbogenschießen (kurz: Feldschießen) werden Zielscheiben im Gelände entlang eines Rundkurses aufgestellt. Die Scheiben sind schwarz, nur der innerste Ring ist gold gefärbt. Im Unterschied zur FITA ist hierbei die Entfernung zur Scheibe nur bei zwölf von vierundzwanzig Scheiben bekannt. Die Entfernungen wechseln ständig und es kann sowohl bergauf wie auch bergab bis zu einem Winkel von 45° geschossen werden. Der Bogenschütze muss daher auch gut Entfernungen schätzen können.

Die Bogenjagd und das Bogenfischen sind in manchen Ländern Westeuropas verboten oder auf einige Arten von zu bejagendem Wild beschränkt. In Deutschland und Österreich gibt es ein generelles Verbot der Jagd mit dem Bogen. In einigen Ländern kann man als Jagdtourist gegen Erwerb einer Lizenz mit dem Bogen auf die Jagd gehen. Die Art der Lizenz variiert in den meisten Ländern. In den USA ist die Bogenjagd verbreitet und es werden unter anderem auch Grizzlybären mit dem Bogen gejagt. Meist kommen Compound-Bögen zur Anwendung, jedoch gibt es auch traditionelle Jäger, die mit Langbogen oder anderen Bögen jagen

Das Jagdbogenschießen wird der Jagd nachempfunden.

Geschossen wird auf Scheiben mit Tierbildern oder auf Schaumstofftiere. Dabei wird die Situation möglichst eng an das natürliche Vorbild gestellt. Bei den meisten Turnieren ist die Entfernung zum Ziel nicht bekannt. Der Schütze muss durch Astgabeln hindurch, Hänge hinauf oder von Hochständen herab im Stehen, kniend oder sogar liegend versuchen, das Ziel zu treffen. Ziel ist es, den Pfeil in das "Kill" des stilisierten Tiers zu platzieren, also den Bereich, wo Herz und Lunge liegen würden. Zu einem Parcours gehören typischerweise 28 Ziele, auf die jeweils bis zu 3 Pfeile geschossen werden dürfen.

Instinktives/traditionelles Bogenschießen

Der Begriff des instinktiven Bogenschießens führt häufig zu einer Irreführung, da er suggeriert, dass ein Urinstinkt für seine Ausführung verantwortlich ist. Eine treffendere Bezeichnung wäre daher eigentlich intuitives Bogenschießen, da die Methode darauf basiert, jedes bewusste Zielen auszuschließen. Der Begriff des instinktiven Bogenschießens hat sich jedoch im Sprachgebrauch etabliert.

Der Unterschied des intuitiven Schießens zu den anderen Formen des Bogensports beruht zuerst auf dem Verzicht auf jegliche Hilfsmittel, die als Zieleinrichtung Anwendung finden könnten. Der Ursprung des intuitiven Schießens ist in der Jagd und dem Krieg zu finden, wo Pfeil und Bogen bereits seit Jahrtausenden eine effektive Waffe darstellen und Zieleinrichtungen wie Visiere noch unbekannt waren.

Die Grundlage des intuitiven Schießens basiert auf einer Hand-Augen-Koordination – einfach ausgedrückt: Die Augen sehen und das Gehirn steuert unbewusst die Hand in die korrekte Position, um das Ziel zu treffen. Diese Hand-Augen-Koordination findet in vielen Tätigkeiten des täglichen Lebens Anwendung, ohne dass man sich dessen bewusst ist. Das Einschlagen eines Nagels mit einem Hammer, das Werfen mit einem Ball oder das Schreiben mit einem Stift, beruht auf demselben Prinzip.

Das Erlernen dieser Fähigkeit bedarf einer Schulung des Gehirns durch häufige Wiederholungen, wobei die äußeren Rahmenbedingungen immer identisch sein müssen, um einen Lerneffekt zu erzielen. Wirft man zum Beispiel einen Tennisball auf einen drei Meter entfernten Gegenstand, so ist die Trefferquote bei den ersten Würfen vermutlich sehr gering und steigt mit der Anzahl der Wiederholungen, bei denen sowohl der Ball als auch die Entfernung zum Ziel und ggf. weitere Umgebungsbedingungen (Licht, Wind etc.) gleich bleiben. Ändert man anschließend die Entfernung zum Ziel und behält die restlichen Parameter bei, wird eine ähnliche Entwicklung stattfinden. Mit der Häufigkeit der Wiederholungen wird dann auch die Lernkurve bei sich ändernden Zielentfernungen steiler, so dass es nach einer gewissen Zeit des Trainings unerheblich ist, in welcher Entfernung sich das Ziel befindet.

Daneben etablieren sich weitere neue Bogensportwettbewerbe wie Jagd – Präzisionsrunden (1 Pfeil auf Tierbilder),  24 – Stunden – Wettbewerbe oder Bogenlauf, Bogen - Biathlon, Skating in allen Variationen, die man von den Gewehr – Wettbewerben kennt.

Das Bogenschießen kann man das ganze Jahr über, in der Halle oder im Freien, mit Freunden oder alleine, ausüben. Es ist ein interessanter Freizeitsport, der keine Altersgrenzen kennt und bei dem Geschicklichkeit und Konzentration weitaus wichtiger sind als übermäßige Kraft und überdies mit einem sehr geringen Verletzungsrisiko - im Vergleich zu anderen Sportarten - behaftet ist. Bei bestimmten Behinderungen und Erkrankungen stellt der Bogensport eine ideale Möglichkeit dar, sich sportlich zu betätigen und wird oftmals als Therapie vorgeschlagen.

Bei einem FITA-Turnier im Freien werden (bei einer Dauer von circa acht Stunden), legen die Sportler/innen  allein zum Holen der Pfeile rund 4 km zurück und haben je nach Zuggewicht des Bogens insgesamt bis zu 3,7 t gezogen. Beim Jagd- und Feldbogenschießen legt man teilweise noch erheblich längere Wegstrecken in abwechslungsreichem Gelände, zumeist mit erheblichen Höhenunterschieden zurück. Diese körperliche Betätigung ist neben der eigentlichen Schießbelastung sehr nützlich und fördernd für den Gesamtorganismus.

 

Daneben sind Ausdauer, innere Ruhe und Ausgeglichenheit günstig für die Ausübung - aber auch angenehme Effekte dieser Sportart. Nicht zuletzt wegen der in der Regel abgeschiedenen Lage der Bogenplätze bilden diese geradezu Oasen der Erholung vom Stress und Alltagslärm. Neben der körperlichen Belastung erfordert der Bogensport auch eine Notwendigkeit zu mentalen Übungen.

Nur ein ruhiger, entspannter und konzentrierter Geist ist zu guten Leistungen fähig. Schon der Anfänger lernt schnell, dass nicht Wille und Ehrgeiz zu einem guten Trefferbild führen, sondern Konzentration, Gelassenheit und beständiges Üben mit korrekter Technik. Beim perfekten Schuss aber wird man oft mit einem besonderen Gefühl belohnt:

 

Alles stimmt - der Stand, der Zug des Bogens, die innere Ruhe -

und man spürt es, - nein, man weiß es einfach:

noch bevor man den Pfeil löst, weiß man, dass er trifft.

Man hat schon getroffen, bevor man geschossen hat!

Der Pfeil löst und man sieht ihn fliegen auf dem Weg zum Ziel ... - und er trifft -

genau ins Gold

 




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